Jacques Brel: zentrale Alben der Erfolgsjahre
Zwischen den späten fünfziger Jahren und 1967 entstanden viele der Aufnahmen, mit denen Jacques Brel einem breiten Publikum bekannt wurde. Eine Albumchronologie ist dabei nicht immer einfach: Lieder wurden zunächst einzeln oder in kleineren Formaten veröffentlicht, später auf LPs zusammengeführt und in weiteren Ausgaben neu zusammengestellt. Die folgenden Eckpunkte bieten Orientierung, ohne jede Edition gleichzusetzen.
Die späten fünfziger Jahre
„Quand on n’a que l’amour“ wurde 1956 aufgenommen und gab einem 1957 erschienenen Album den Namen. Im Jahr 1958 folgte Au printemps. 1959 nahm Brel „Ne me quitte pas“ auf; die Aufnahme ist mit dem Album La Valse à mille temps verbunden. Diese Werke zeigen die Bandbreite, die sich damals herausbildete: von einem Lied, das Hoffnung und Zuwendung formuliert, über leichtere Frühlingsbilder bis zu einer dramatisch zugespitzten Abschiedsszene.
Bei den frühen LPs sollte man die Ausgabe im Auge behalten. Titel können je nach Land, Plattenformat und späterer Wiederveröffentlichung variieren. Wer Aufnahmejahre mit Erscheinungsdaten vergleicht, wird deshalb gelegentlich Unterschiede finden. Die Seite „Frühe Aufnahmen“ erklärt, warum diese Angaben nicht immer deckungsgleich sind.
Neue Themen in den sechziger Jahren
1961 erschien Marieke; in den folgenden Jahren nahm Brel unter anderem „Les Vieux“ (1963), „Amsterdam“ (im Olympia 1964) und „Ces gens-là“ (1965) auf. 1962 hatte er „Le Plat Pays“ aufgenommen. Die Stücke sind nicht nur wegen ihrer Bekanntheit interessant, sondern auch, weil sie unterschiedliche Erzählweisen zeigen: Erinnerung und Alter, Hafenleben, soziale Beobachtung und die Landschaft der Heimat.
1966 erschienen Veröffentlichungen unter den Titeln Les Bonbons und Ces gens-là; 1967 folgte Jacques Brel 67. Bei späteren Plattenausgaben wurden ältere und neuere Aufnahmen mitunter anders gruppiert. Für die Interpretation einzelner Titel bieten die Beiträge zu „Ne me quitte pas“, „Amsterdam“, „Le Plat Pays“ und „Ces gens-là“ mehr Kontext.
Ein Album als Momentaufnahme
Ein Album vermittelt eine bestimmte Auswahl und Reihenfolge; es ist nicht automatisch ein vollständiges Abbild eines ganzen Lebensabschnitts. Brels Aufnahmen lassen sich daher gut in Verbindung mit seinen Auftritten hören. 1961 stand er erstmals als Hauptkünstler im Olympia auf der Bühne. Die Seite „Brel auf der Bühne“ vergleicht Konzert- und Studioperspektive.
Für spätere Arbeiten und Konzertdokumente führt der Weg zu „Späte Aufnahmen und Live-Alben“. Der Gesamtüberblick „Diskografie“ verknüpft Veröffentlichungen mit Liedporträts und der Lebensgeschichte.