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Jacques Brels frühe Aufnahmen: von der ersten Platte zu Grand Jacques

Jacques Brels frühe Aufnahmen dokumentieren, wie aus einem jungen Liedermacher ein professioneller Chansonnier wurde. Der Anfang lässt sich nicht auf ein einziges Album reduzieren: In den fünfziger Jahren waren einzelne 78er-Platten, kleinere Veröffentlichungen und später zusammengestellte Langspielplatten Teil des Musikgeschäfts. Deshalb können Titel, Reihenfolge und Jahresangaben je nach Ausgabe voneinander abweichen.

Die erste Platte und die Pariser Jahre

Im Februar 1953 nahm Brel für Philips seine erste 78er-Schallplatte auf. Im selben Jahr lernte er Jacques Canetti kennen und trat im Vorprogramm des Pariser Kabaretts Les Trois Baudets auf. 1954 folgten weitere Kabarettauftritte und die Tournées Canetti. Das erste Album erschien ebenfalls 1954 und wird als Jacques Brel et ses chansons beziehungsweise Grand Jacques bezeichnet. Diese frühen Stationen zeigen, dass Plattenlaufbahn und Bühnenarbeit parallel wuchsen.

Die Aufnahmeformate jener Zeit sind beim Rückblick wichtig. Eine frühe 78er-Platte enthält nur wenige Stücke; spätere LPs oder Sammlungen können Titel neu gruppieren. Eine Jahreszahl auf einer Wiederveröffentlichung bezeichnet nicht zwingend die erste Aufnahme eines Liedes. Für eine saubere Chronologie sollte man daher Aufnahme, ursprüngliche Veröffentlichung und spätere Zusammenstellung auseinanderhalten.

Repertoire und musikalische Partner

Brel schrieb seine Lieder selbst und entwickelte sie mit musikalischen Partnern weiter. François Rauber wurde sein Arrangeur und war an mehreren Kompositionen beteiligt; Gérard Jouannest begleitete ihn am Klavier und komponierte ebenfalls mit. In der frühen Phase bildete sich so eine Zusammenarbeit heraus, die Brels deutlich hörbare Sprache mit einer ausgearbeiteten musikalischen Begleitung verband.

Das 1956 aufgenommene „Quand on n’a que l’amour“ wurde zu einem wichtigen frühen Lied. Die Auszeichnung mit dem Prix Charles Cros folgte 1957. Es lohnt sich, die Aufnahme im Kontext der damaligen Kabarett- und Konzertarbeit zu hören: Ein Chanson musste auf einer Bühne unmittelbar verständlich sein und zugleich auch ohne Bühnenbild als Aufnahme tragen. Mehr zur Entwicklung der Live-Interpretation steht unter „Brel auf der Bühne“.

Vom frühen Werk zu den bekannten Alben

Die frühen Aufnahmen sind der Ausgangspunkt für die späteren Veröffentlichungen. „Alben der Erfolgsjahre“ verfolgt den Weg durch die zweite Hälfte der fünfziger und die sechziger Jahre. Einen Überblick über Konzertdokumente und späte Studioarbeiten bietet „Späte Aufnahmen und Live-Alben“.

Wer ein bestimmtes Lied sucht, kann in den Porträts zu „Ne me quitte pas“, „Le Plat Pays“ oder „Ces gens-là“ weiterhören. Die komplette thematische Übersicht beginnt bei „Diskografie“; die Biografie und der Beitrag zum Weg nach Paris erklären, in welchen Lebensabschnitt die frühen Aufnahmen gehören.